Die Beschäftigung mit den Tonbandstimmen hat zweifellos etwas Faszinierendes, ja Spannendes an sich: bei Einspielungen weiß man nie im voraus, ob man Stimmen bekommt wer sich ggf. meldet und was er sagt. Sind die Stimmen laut und deutlich, ist die Freude verständlicherweise groß. Der Anreiz, schon bald wieder einen erneuten Einspielversuch durchzuführen, nimmt dann natürlich zu. Das kann sich durchaus bis zur Sucht steigern. Kommt dann noch hinzu, dass der Experimentierende in eine Abhängigkeit von den Durchsagen gerät, ist die Gefahr groß, den Bezug zur Realität zu verlieren. Die psychische Stabilität ist eine wesentliche Voraussetzung für eine vernünftige Beschäftigung mit den Tonbandstimmen. Wer sein Handeln danach ausrichtet, was er auf dem Tonband hört, verliert schnell die erforderliche Kritikfähigkeit, die unbedingt bei der Beurteilung von Aussagen vorhanden sein muss. Bei realistischer Beurteilung muss man ganz klar und nüchtern feststellen: Im Grunde wissen wir nicht mit letzter Sicherheit, wer sich bei den Jenseitskontakten meldet. Ist es wirklich der, der sich mit Namen meldet, gibt sich ein Wesen lediglich dafür aus, wollen Foppgeister nur ihr dubioses Spielchen mit uns treiben? Auf diese Fragen gibt es eigentlich keine rundum verlässliche Antwort. Bedenken sollte man auch, dass jenseitige Mitteilungen nicht zwangsläufig einen höheren Wahrheitsgehalt als irdische haben. Jeder trägt Verantwortung nicht nur für sein eigenes Leben, sondern auch für das anderer. Diese Verantwortung darf nicht tangiert werden von der Beschäftigung mit jenseitigen Welten.
Deshalb ist jedem, der psychische Probleme (Angstzustände u. a.) hat, anzuraten, die Finger von Jenseitskontakten, und damit auch von den Tonbandeinspielungen, zu lassen. Sicherlich ist der folgende wohlgemeinte Rat nicht verfehlt:
Wer nicht in der Lage ist, die ihm gestellten Aufgaben in seinem diesseitigen Leben zu bewältigen, hat kein Recht, sich mit dem jenseitigen Leben zu beschäftigen!
Man darf das diesseitige Leben nicht vernachlässigen, um sich der Beschäftigung
mit den Tonbandstimmen zu widmen. Wie bei allen Dingen des täglichen Lebens
gilt auch hier, sich vor Übertreibungen zu hüten und ein vernünftiges
Maß zu finden.