All denen, die sich schon länger mit Tonbandeinspielungen beschäftigen, haben bestimmt irgendwann einmal die Erfahrung gemacht, dass sie zumindest mitleidig belächelt wurden, wenn sie Unerfahrenen gegenüber behauptet haben, man könne mit Verstorbenen sprechen. Die Kommentare reichen von Das glaube ich nicht, das ist "unmöglich" bis zum drastischeren "Du spinnst wohl! zumindest ein ungläubiges Kopfschütteln über das, was da behauptet wird.
Den schroffen Negationen folgen dann meist rein rationale Versuche einer Erklärung der Stimmen auf den Tonbändern. Alle, die schon länger mit der Materie vertraut sind, kennen das, wie auch die Überprüfungen der Thesen einer Erklärung des Stimmenphänomens. Die folgenden Ausführungen könnten als Argumentationshilfen dienen, vielleicht aber auch noch bestehende Zweifel bei Anfaengern zerstreuen.
Seit der Entdeckung der Tonbandstimmen durch den Schweden Friedrich Jürgenson hat man sich um die Aufklärung der Ursachen für dieses Phänomen bemüht. Es ist durchaus verständlich, dass man zunächst nach ganz plausiblen Erklärungen suchte, wie sie auch heute noch und immer wieder von Zweiflern als Argumente ins Feld geführt werden. Im folgenden möchte ich nur auf vier Aspekte eingehen, die die wohl am häufigsten genannten Interpretationen darstellen dürften:
A. ES HANDELT SICH UM DEN EMPFANG UNKONTROLLIERTER TEILE AUS RADIOPROGRAMMEN
Diese wohl älteste These ist schon lange wiederlegt, obwohl natürlich auch heute nicht auszuschließen ist, dass bei Kontaktversuchen doch einmal ein Sender unkontrolliert einfallen kann. Folgende Merkmale der Tonbandstimmen wiederlegen die Ansicht, es könne sich hierbei um Radiosprecher handeln:
- der Sprachrhythmus,
- die Geschwindigkeit des gesprochenen Wortes,
- grammatikalische Eigenarten (Satzbau),
- die Vielsprachigkeit,
- die Nennung von Namen,
- Voraussagen und
- das Phänomen des Rückwärtslaufs
In diesem Zusammenhang muss auch auf einen interessanten physikalischen Versuch hingewiesen werden, denn z. B. der Schweizer Physikprofessor Alex Schneider aus St. Gallen durchführte:
Er stellte alle Aufnahmegeräte (das batteriebetriebene Tonbandgerät, das Mikrofon und die benötigten Messinstrumente) in einen Faradayschen Käfig. Dies ist ein metallisch völlig geschlossener und geerdeter Behälter oder Raum, in den keinerlei Radiowellen eindringen oder auf den sonstige elektrische Felder einwirken können. Allgemein dürfte bekannt sein, dass man bei einem Gewitter in einem Auto sicher untergebracht ist, denn seine Metallkarosserie ist auch ein Faradayscher Käfig. Prof. Schneider hat bei seinen Experimenten festgestellt, dass sich die Stimmen auch in einem derartigen Raum manifestieren, obwohl keine Radiofrequenz in den Käfig eindringen kann. Damit ist wohl deutlich die Annahme widerlegt, es handele sich um Radiofloskeln oder Einstreuungen von Radiosendern.
B. ES FÄLLT EIN AMATEURFUNKER EIN
Grundsätzlich gelten auch hierfür die im Abschnitt A. angeführten Gegenargumente. Die Theorie, dass ein Amateurfunker Verursacher der Tonbandstimmen ist, wird sehr deutlich ad absurdum geführt, wenn man bedenkt, dass bei den Einspielungen
- Namen (besonders die von Verstorbenen) genannt werden,
- häufig auch Kosenamen (die der Verstorbenen aber auch die der Experimentatoren) zu hören sind,
- präkognitive Aussagen auf das Band gelangen,
- oft bereits die Antwort zu hören ist, bevor überhaupt eine dies bezügliche Frage gestellt wurde,
- sich die Verstorbenen so äußern wie in ihrem leiblichen Leben oder
- oft auch Kinderstimmen oder Chorgesang auftauchen.
Es dürfte einleuchten, dass ein Amateurfunker unmöglich in der beschriebenen Weise agieren bzw. reagieren kann.
C. ES MELDEN SICH UFO-BESATZUNGEN
Zwar sollte man nie die Möglichkeit ganz ausschließen, dass auf anderen Planeten menschenähnliche Wesen leben und mit ihren Raumschiffen durch das Universum geistern. In den letzten Jahren haben sich die Anzeichen verdichtet, dass dem so ist.
Auch mit Hilfe der modernen Antennenanlagen, wie sie z. B. in Puerto Rico in den Weltraum gerichtet sind und auf mögliche intelligente Lebewesen reagieren sollen, ist bisher (zumindest offiziell) nicht der Beweis erbracht worden, dass es im Universum noch jemand außer uns Menschen gibt.
Außerdem gibt es keinen logischen Grund, warum sich Planetarier auf dem Umweg über die Tonbandstimmen mitteilen sollten, wo es doch einfachere Wege gibt, sich uns Erdbewohnern zu erkennen zu geben.
D. DIE STIMMEN ENTSTAMMEN DEM UNTERBEWUSSTSEIN DES EXPERIMENTATORS
Die Annahme, dass die Tonbandstimmen manifestierte Gedanken seien, die dem Unbewussten des Experimentators oder eines Teilnehmers entstammen, wird als animistische Hypothese bezeichnet. Der Animismus steht im Gegensatz zu der von uns Experimentatoren vertretenen Meinung, woher die Stimmen kommen. Unsere Ansicht, dass die Stimmen auf den Tonbändern, die von Verstorbenen sind, stellt die sog. spiritistische Hypothese dar.
Da es z. B. dem österreichischen Ingenieur Franz Seidl in Wien gelungen ist, eigene Gedanken mit einem Tonbandgerät aufzuzeichnen und wiederzugeben, kann die animistische Hypothese heute zwar nicht als vollständig widerlegt gelten. Doch haben sich die Gewichte nach dem heutigen Stand der Forschung eindeutig zur spiritistischen Erklärung hin verlagert.
Dazu folgende grundsätzliche Überlegungen:
- Nur das, was einmal in meinem Bewusstsein war, kann Bestandteil meines Unterbewusstseins werden.
- Ein Experimentator kann nicht Gedanken auf das Tonband übertragen, die von einer anderen Person gedacht wurden. Sie müssten also ausschließlich von ihm stammen.
- Wäre die animistische Hypothese zutreffend, würde das bedeuten, dass man sich bei Einspielungen mit dem eigenen Unterbewusstsein unterhalten könnte, was ja wohl absurd ist.
- Würde man der animistischen Hypothese folgen, wäre jeder von uns eine Art elektromagnetischer Bauchredner, der alle möglichen Stimmen (Männer, Frauen, Kinder, Tiere, Sänger, Chöre usw.) produzieren könnte. Außerdem spricht die immer wieder beobachtete Vielsprachigkeit der Stimmen und deren Klangvielfalt gegen den Animismus. Ebenso sind die bereits angedeuteten Spracheigenheiten nicht mit dieser These vereinbar.
- Zu bedenken ist auch, dass die Tonbandstimmen unabhängig von der Anwesenheit einer Person aufgezeichnet werden können. Die Stimmen kommen, wann immer sie es für richtig halten. Hierzu bedarf es nicht eines bewussten Impulses (Gedanken) seitens des Experimentators.
- Ganz allgemein muss aber auch folgendes ganz klar und kritisch angemerkt werden:
- Dass es diese paranormalen Einblendungen gibt, dürfte heute unstrittig sein.
- Wie sie zustandbekommen, wissen wir nicht, wir können bestenfalls Vermutungen anstellen.
- Ob es sich hierbei wirklich um Verstorbene handelt, lässt sich nicht mit endgültiger Sicherheit sagen, was nichts anderes heißt, als das der letzte wissenschaftliche Beweis noch nicht erbracht werden konnte.
- Es gibt jedoch viele Indizien (Stimmlage, inhaltliche Aussagen, Eigennamen usw.) dafür, dass es sich bei den jenseitigen Kommunikatoren wirklich um Verstorbene handelt.
Da es also noch eine ganze Reihe von Aspekten gibt, die einer endgültigen Klärung bedürfen, sollte man bei aller Begeisterung für dieses Phänomen immer noch kritisch bleiben und nicht glauben, man müsse alles vorbehaltlos annehmen, was da von drueben kommt!